«Über die Gründe wurde lange gerätselt und gestritten, doch inzwischen scheint das Rätsel gelöst. Martin Tschirren, Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen, sagte jüngst im Interview mit Radio SRF: ‚Ein wichtiger Faktor war das neue Raumplanungsgesetz.‘

«In erster Linie sind Einsprachen und Rekurse dafür verantwortlich», heisst es in der Studie. Gestützt wird dies durch eine Befragung von 440 Experten: Entwickler, Architekten, Bauherren und Juristen aus Gerichten, Verwaltungen, Hochschulen und Anwaltskanzleien. Für 60 Prozent von ihnen sind Einsprachen eine grosse Hürde, für 61 Prozent sind es Rekurse, für 37 Prozent die Vorgaben durch die Raumplanung.

Die grösste Sorge ist indessen der Missbrauch. Manche Gegner von Bauprojekten seien zwar offensichtlich chancenlos, würden aber trotzdem Rekurs einreichen. Um zu blockieren oder zu verzögern, manchmal gar um zu nötigen oder zu erpressen.

Fazit laut den Befragten: ‚Es ist zu einfach, Projekte über Rechtsmittel zu verhindern oder zu verzögern.‘ Und besonders ärgerlich ist aus Sicht der Mietenden: Laut weit über der Hälfte der Befragten werden die Wohnungen später fertig und teurer.»

Ausschnitt aus einem Artikel von Niklaus Vontobel